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Neue Buchreihe zur Philosophiedidaktik als Bindeglied zwischen Uni, ZfsL und Schule

Dass die beiden Philosophie-Fachleiter des Seminars GyGe, Martina und Dr. Jörg Peters, als Herausgeber und Autoren zahlreiche Schulbücher für die Fächer Philosophie, Praktische Philosophie und Ethik veröffentlichen, ist spätestens bekannt, seit sie 2016 den Deutschen Schulbuchpreis für ihr Oberstufenwerk philo erhalten haben. Nun haben sie sich auf einen neuen und schon jetzt erfolgreichen Weg gemacht.

Alles begann damit, dass sie in ihren Fachseminaren wiederholt feststellen mussten, dass die Referendarinnen und Referendare die Universität in der Regel mit wenig geeignetem didaktischem Grundlagenwissen verlassen. Daher mussten auf diesem Gebiet erst einmal viele Lücken gestopft werden, bevor die für die schulpraktische Ausbildung entscheidenden Inhalte in den Blick genommen werden konnten. Aufgrund dieser Erfahrung kamen sie auf die Idee, eine akademische Buchreihe mit Materialien für universitäre Didaktik-Veranstaltungen zu entwickeln, die eine zielführende theoretische und praktische Basis für die Ausbildung am ZfsL bieten könnte. Dadurch würde idealerweise das Ziel erreicht, die Ausbildung zu optimieren, sie auf einem höheren Niveau beginnen und weiterführen zu können.

So entstand die zunächst auf zehn Bände angelegte Didaktik-Reihe im Felix Meiner Verlag, die sich pro Werk jeweils einer für den Philosophieunterricht relevanten Methode widmet. Sie umfasst neben einem Grundlagenband zu Ansätzen der modernen Philosophiedidaktik bereits je einen Band zum Philosophieren mit Filmen, zu Gedankenexperimenten, Dilemmata, Spielen sowie Comics und Graphic Novels. Die weiteren Bände zur Textarbeit im Philosophieunterricht, zum Sokratischen Gespräch, Umgang mit Literatur und Jugendliteratur, theatralem Philosophieren, zu Musik und Videoclips, digitalen Medien sowie Podcasts und Hörspielen sind bereits in Planung.

Die Sammlung, die den Reihentitel Methoden im Philosophie- und Ethikunterricht trägt, ist mittlerweile Literaturgrundlage vieler universitärer Didaktik-Seminare, und es zeigen sich in der Tat erste positive Auswirkungen auf die Ausbildung im ZfsL. „Wir müssen nicht mehr bei Adam und Eva anfangen“, so Jörg und Martina Peters, „sondern können häufig endlich auf ein recht solides Vorwissen zurückgreifen. Das erleichtert nicht nur unsere Arbeit hier vor Ort, sondern steigert vor allem das Niveau unserer Seminare und das des Philosophieunterrichts der Referendarinnen und Referendare.“

Interessant ist zudem, dass sich inzwischen sogar erfahrene Kolleginnen und Kollegen an den Schulen mit den Didaktik-Bänden unserer Fachleiter befassen, um ihren Unterricht mit neuen Ideen zu beleben. Auch dies war von den beiden intendiert und führt zu bereichernden Impulsen für die Ausbildungspartnerschaft zwischen Schule und ZfsL.

Dass der durch die Didaktik-Reihe geleistete Beitrag zur Verzahnung von universitärer und schulpraktischer Ausbildung nicht nur in Deutschland positiv aufgenommen wird, zeigt sich darin, dass die Methoden-Bände bereits auch im Ausland zum Einsatz kommen. Zudem werden Martina und Jörg Peters mittlerweile immer wieder als Dozenten für philosophiedidaktische Seminare an Universitäten und Weiterbildungsinstituten für Lehrerinnen und Lehrer in die deutschsprachigen Nachbarländer eingeladen.

Insgesamt ist der Ansatz, die Ausbildung am ZfsL durch eine didaktische Reihe für die Universität vorzuentlasten und somit qualitativ zu steigern, ebenso innovativ wie ertragreich. Sie stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Universität, ZfsL und Schule dar und kommt somit den angehenden Philosophielehrerinnen und -lehrern auf verschiedenen Ebenen zugute.

Wendi Scheffler