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Ausbildungsprinzipien

Der Vorbereitungsdienst in NRW bereitet gemäß OVP Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter und Lehrkräfte in Ausbildung als eigenverantwortlich Lernende auf die spätere berufliche Unterrichts- und Erziehungstätigkeit an Schulen vor. Auf der Grundlage der Kompetenzen und Standards für den Vorbereitungsdienst und anhand des Kerncurriculums zielt die Ausbildung auf den Kompetenzerwerb in allen Handlungsfeldern des Lehrerberufs. Aufbauend auf den bereits im Studium erworbenen Kompetenzen entwickeln die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in ihrer Ausbildung ihre bereits vorhandenen Kompetenzen im Rahmen ihrer Professionalisierung kontinuierlich weiter und entwickeln sie bis zur Berufsreife hin.

Die OVP und das Kerncurriculum geben als Grundprinzipien der Ausbildung die Standardorientierung, Personenorientierung, Handlungsorientierung und Wissenschaftsorientierung vor.

Personenorientierung

Quelle: MSW NRW

Lehrerkompetenz wird als Können aufgrund von Selbstlernprozessen in der Auseinandersetzung mit beruflich bedeutungsvollen Situationen erworben. Diese beruflich bedeutungsvollen Situationen sind Situationen im Unterricht (Unterrichtspraxis) und auch Situationen der distanziert- theoriegeleiteten Reflexion (Reflexionspraxis). In diesen Situationen werden fachliche Bedeutungen, Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern und das eigene Lehrerhandeln miteinander in einen Zusammenhang gebracht. Dabei werden bislang unbekannte Wissensbestandteile aufgenommen und bestehenden Strukturen zugeordnet. Zudem werden Wissensbestandteile und Wissensstrukturen (Routinen) neu- bzw. umstrukturiert. Die Ausbilderinnen und Ausbilder haben als Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben eine Neue Struktur der Situationen entwickelt. Unsere Ausbildungsschulen haben darauf aufbauend schulische Ausbildungsprogramme entwickelt. Beide Programme setzen diese vier Prinzipien der Ausbildung im Sinne des Lerncoachings konsequent um.

1) Handlungsfeldorientierung

Das Kerncurriculum 2016 geht davon aus, dass der Ausgangspunkt allen verantwortlichen Lehrerhandelns die in den Lerngruppen gegebene Vielfalt auch in ihren interkulturellen, genderbezogenen, begabungsdifferenzierten, sozialen und behinderungsspezifischen Ausprägungen ist.

Die Leitlinie lautet Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzten.
Die Ausbildungsgestaltung ist auf die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz gerichtet und orientiert sich an den Kompetenzen und Standards der OVP, die sich auf professionelles Handeln von Lehrkräften in den folgenden Handlungsfeldern beziehen:

U - Unterricht für Heterogene Lerngruppen gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
E - Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
L - Lernen und Leistungen herausfordern, dokumentieren,  rückmelden, und beurteilen
B - Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
S - Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten

Alle Handlungsfelder stehen untereinander in einer engen wechselseitigen Beziehung. Diese Handlungsfelder sind die Grundlage der Förderung der Kompetenzen der Referendarinnen und Referendare bzw. der Lehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung am Seminar für das Lehramt an Berufskollegs in Münster. Einige Handlungssituationen werden in unserer Neuen Struktur der Situationen über alle sechs Ausbildungsquartale angeboten, andere dagegen nur über einige Ausbildungsquartale. Mit zwei Konstruktionselementen wird dies sichergestellt. Durch eine erkenntnisleitende Frage (siehe Neue Struktur der Situationen) pro Quartal wird die Betrachtung der unterschiedlichen Handlungssituationen gebündelt. In der Kernseminararbeit werden die Referendarinnen und Referendare bzw. Lehrkräfte in Ausbildung darin unterstützt, metakognitives Wissen zur Bewältigung konkreter beruflicher Situationen zu erwerben. In den Fachseminaren wird dieses metakognitive Wissen angewendet und vertieft. Und durch ein konisches Spiralcurriculum wird die zunehmende Komplexität der Seminarausbildung abgebildet. Unsere Situationen sind ständig in Bearbeitung. Sie stellen unseren Weg dar, innerhalb dieses Rahmens gemeinsames und auch individualisiertes Lernen in der Seminararbeit zu ermöglichen.

2) Standardorientierung

Die den schulischen Handlungsfeldern zugeordneten Kompetenzen und Standards der OVP beschreiben die Ziele des Vorbereitungsdienstes in Nordrhein-Westfalen als Absolventenstandards und sind verbindliche Grundlage für die Ausbildung in Seminar und Schule und auch für die Staatsprüfung.

Diese Kompetenzen und Standards sind in unserer Neuen Struktur der Situationen auf die sechs Ausbildungsquartale verteilt.

3) Personenorientierung

Personenorientierung bedeutet, den LAA und den L.i.A. über möglichst passgenaue Angebote auf ihren individuellen Wegen als erwachsene Lernerinnen und Lerner in der Unterrichtspraxis und in der Reflexionspraxis Lernen zu ermöglichen.

4) Wissenschaftsorientierung

Die schulpraktische Lehrerausbildung in NRW baut auf den im Studium erworbenen Kompetenzen auf. Die Wissenschaftsorientierung in unserer Arbeit im Seminar für das Lehramt an Berufskollegs zielt vor allem auf den Erwerb von reflexiv gesteuerten Handlungskompetenzen und orientiert sich in diesem Rahmen an dem aktuellen Stand der Schul- und Unterrichtsforschung, dem aktuellen Stand der Lernforschung, dem aktuellen Stand der Fachwissenschaften und dem aktuellen Stand der Fachdidaktiken. Unsere Ausbildung in Seminar und Schule basiert auf einem pragmatisch-konstruktiven Didaktikverständnis. Unser Glossar umfasst unsere Auffassung der aktuellen zentralen didaktischen Begriffe auf der Basis unseres Literaturverzeichnisses. Beide Elemente sind ebenso wie unsere Kernseminar-Strukturfolien für die sechs Ausbildungsquartale in ständiger Überarbeitung.

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